




Das Land initiiert erstmalig einen Professionalisierungsprozess
des Frauenkulturförderfeldes mit der dezidierten Zielsetzung, dass die
zukünftige Landesförderung im Kulturbereich
geschlechtergerechte Verfahrensformen einhält.
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Das Land Nordrhein-Westfalen vergibt erneut fünf Stipendien für Bildende Künstlerinnen mit Kindern. Die Lebensbedingungen von Künstlerinnen mit Kindern stehen hier im Fokus der bundesweit einmaligen Stipendien. Ziel dieser Förderung ist es, die Vereinbarkeit von künstlerischem Schaffen und Kindern vor Ort zu unterstützen. Die geförderten Künstlerinnen können so an ihrem jeweiligen Wohnort künstlerisch arbeiten und müssen keinerlei Präsenzpflicht erfüllen. Wie in den Jahren zuvor werden von einer Fachjury fünf Stipendiatinnen ausgewählt, die im Zeitraum von August bis Dezember 2010 eine Fördersumme von je 1000 Euro pro Monat erhalten.
Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sagte dazu heute (25. Februar 2010) in Düsseldorf: „Preise und Stipendien sind meist an einen Wohnortwechsel gekoppelt und deshalb für Künstlerinnen mit familiären Verpflichtungen nur mit hohem Aufwand zu bewerkstelligen. Wer nach Abschluss des Studiums zugunsten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf Preise und Stipendien verzichten muss, wird es später schwerer haben. Dem wollen wir mit diesen Stipendien entgegenwirken.“
Bewerben können sich alle Bildenden Künstlerinnen mit
mindestens einem Kind unter 14 Jahren, die in Nordrhein-Westfalen
leben und arbeiten.
Einsendeschluss für die
Bewerbung: 2. Juni 2010.
Das Frauenkulturbüro NRW übernimmt die Organisation der Stipendienvergabe im Auftrag der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.
Download: Bewerbungsunterlagen
Download: Teilnahmebedingungen
Auskünfte erteilt:
Frauenkulturbüro NRW e.V.
Kulturzentrum Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, 47805 Krefeld
Ansprechpartnerin im Frauenkulturbüro NRW:
Frau Sophia Boettcher-Willig.
Telefon: 02151/ 39 30 25
Email: info @ frauenkulturbuero-nrw.de
REIF FÜR DIE BÜHNE - Dramatikerinnenwettbewerb NRW 2009 für Seniorentheater
Der 2009 erstmalig von Frauenkulturbüro NRW, Institut für Bildung und Kultur in Remscheid, dem Literaturbüro Ruhr in Gladbeck und dem FFT in Düsseldorf ausgeschriebene Dramatikerinnen-Preis „Reif für die Bühne“ wurde am 20.11.2009 an Almut Baumgarten verliehen. Ihr Stück „Silverday“ wurde von der Jury ausgezeichnet. „Der Autorin ist eine temporeiche Gesellschafts-Satire gelungen, die mit witzigen Dialogen, Situationskomik und überraschenden Wendungen unkonventionelle Spielangebote für ein 10-köpfiges Seniorentheater-Ensemble macht.“
Der Wettbewerbs „Reif für die Bühne“ richtete sich an professionelle Dramatikerinnen aus Nordrhein-Westfalen, geeignete Stücke für Seniorentheater einzureichen. Mehr als fünfzig Ensembles spielbegeisterter älterer Menschen, überwiegend Frauen, zeigen in Nordrhein-Westfalen eine große Bandbreite ambitionierter Amateurtheaterarbeit. Ihre Spielfreude wird jedoch häufig durch den Mangel an geeigneten literarischen Vorlagen und die geringe Anzahl an weiblichen Rollen gebremst. Es ist geplant innerhalb einer Anthologie die fünf besten Wettbewerbsstücke zu veröffentlicht.
Die Autorin Almut Baumgarten erhielt ein Preisgeld von 2.500 €. Ihr prämiertes Stück wird unter professioneller Regie vom Seniorentheater SeTA im Herbst/Winter 2010 am FFT Düsseldorf uraufgeführt.
Staatssekretär für Kultur
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff verlieh den Preis am 20. November
2009 um 19 Uhr in den FFT Kammerspielen in Düsseldorf. Die Laudatio
hielt die Kulturjournalistin Anne Linsel. Das Seniorentheater SeTA las
Ausschnitte aus dem prämierten Stück.
Almut Baumgarten studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Soziologie in Freiburg, lebt als freie Autorin in Velbert-Langenberg. Sie veröffentlichte bisher vor allem Prosatexte und Kurzgeschichten. Für ihr Debütstück „Tank“ erhielt sie 2008 sowohl den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg als auch den Else-Lasker-Schüler Stückepreis.
Oktober
2009
Die Ausstellung der beiden Preisträgerinnen im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen lief vom 1. 10. bis zum 15.11. 2009.
Zur Finissage fand ein Künstlerinnengespräch mit
Anja Schrey im Ludwig Forum statt.
Der Ministerpräsident und das Ministerium für
Generationen, Familie, Frauen und Integration teilen mit:
Der 14. Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen geht
an die Künstlerinnen Anja Schrey und Vera Lossau. Die beiden
diesjährigen Preisträgerinnen wurden von einer Fachjury unter
dem Vorsitz von Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums
für Internationale Kunst in Aachen unter 258 Bewerberinnen
ausgewählt.
„Beide Künstlerinnen überzeugten die Jury mit ihrer herausragenden Bildsprache“, sagte Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff zur Entscheidung der Jury. Frauenminister Armin Laschet hob hervor: " Der Künstlerinnenpreis verfolgt das Anliegen, die Qualität der künstlerischen Werke von Frauen öffentlich sichtbarer zu machen; damit leistet er auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit im Kunstbetrieb."
Anja Schrey wird mit dem mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet. Mit ihr, so die Jury, werde eine Künstlerin geehrt, die „durch ihren Facettenreichtum Vorbildfunktion für eine nachwachsende Generation" einnimmt. Und weiter: „Das Gesamtwerk von Schrey ist von seiner komplexen Analyse unserer visuellen Alltagskultur geprägt. Ausgehend von detaillierten Studien über Stofflichkeit und Absurdität alltäglicher Objekte, wie zum Beispiel Taschentücher, Vorgärten oder bürgerlicher Interieurs, entwickelt sie in der jüngsten Zeit großformatige Buntstiftzeichnungen von Einzelpersonen oder Paaren. Immer wieder thematisiert sie dabei in Nahsicht nicht nur die menschliche Figur, sondern auch ihr eigenes Abbild. Die Frage des Konterfeis, seiner Materialität und Performance, stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Die jüngste Serie der Hände zeigt das malerische Werkzeug an sich.“
Vera Lossau erhält den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis des seit 1994 erstmals im Bereich Malerei ausgelobten Künstlerinnenpreis NRW 2009. Aus der Begründung der Jury:
„Im Spiel mit klassischen Positionen von Malerei und Kunstgeschichte
schafft Vera Lossau auf konzeptueller Basis eine den Dialog mit dem
realen Raum suchende Malerei, die das traditionelle Tafelbild
experimentell auslotet und überschreitet. Ihre nicht lineare
Arbeitsweise führt zu offenen spartenübergreifenden
Bildfindungen.“