




Im Rahmen des 10. Internationalen Frauenfilmfestivals FEMINALE verlieh NRW-Frauenministerin Birgit Fischer die Künstlerinnenpreise des Landes Nordrhein-Westfalen am 17. Oktober 2000 in Köln.
Die damaligen Preisträgerinnen sind Jeanine Meerapfel und Ruth Olshan.
"Noch immer werden wir in Filmen hauptsächlich mit der männlichen Sicht auf die Welt konfrontiert. Nur bei jedem fünften Film führt eine Frau in Deutschland Regie. Mit dem Künstlerinnenpreis des Landes wollen wir auf die hohe Qualität der Filmkunst von Frauen aufmerksam machen," so die Kulturministerin Ilse Brusis und Frauenministerin Birgit Fischer, die den Künstlerinnenpreis gemeinsam ausloben.
Der Hauptpreis würdigt das bisherige Gesamtwerk der 1943
in Buenos Aires geborenen Filmemacherin Jeanine Meerapfel. Ihre
ersten Filme drehte sie während ihres Studiums am Institut für
Filmgestaltung in Ulm (1964-1968). Seither arbeitet sie als freie
Drehbuchautorin und Filmregisseurin. Eine Vielzahl ihrer Dokumentar-
und Spielfilme wurde bereits preisgekrönt.
Die ehemalige Leiterin der Oberhausener Kurzfilmtage Angela Haardt organisierte im Auftrag des Frauenkulturbüros NRW e.V. eine Filmtournee mit Filmen von Frauen, die in 14 Städten in Nordrhein-Westfalen gezeigt wurden.
Claudia von Alemann Die Reise nach Lyon
1978 /80, 16 mm, 106 min, Farbe; Spielfilm
Eine Frau auf der Suche nach einer anderen, die vor 200 Jahren die
Straßen von Lyon ablief, um die Arbeiter aufzurütteln,
menschenwürdige Lebensbedingungen einzuklagen. Keine Spuren mehr,
nur noch Imagination, die Straßen mit ihren Häusern und der
Fluß. Eine Suche auch nach den Möglichkeiten eigener
Identität für Frauen heute. Und: wunderschöne
gemäldeartige Bilder von Hille Sagel.
Mülheim: Rio19. - 22.10. 2000
Köln: Filmhaus 5.11. 2000
Düsseldorf: black box 13. 11. 2000
Maren-Kea Freese Zoe
1999, Sony DV-Cam/35mm, 80 min, Farbe; Spielfilm
Zoe ist 26 und läuft mit ihrem Besitz in Plastiktüten durch
Berlin. Ab und zu legt sie Platten auf. Ein Leben am Rand der
Gesellschaft, nirgends recht beheimatet, auch zuhause in der Kleinstadt
nicht mehr, wo ihre Mutter gestorben ist. Und doch ist eine Kraft in
ihr, die nur nicht recht weiß, wohin.
Münster: Die Linse 22. 10. 2000
Mülheim: Rio 2. - 8.11.2000
Monika Funke Stern Mit fremden Augen
1988, Video, 60 min, Farbe
Eine Science-Fiction/Agenten/Erotik-Geschichte in schrägem,
expressionistischem Dekor: Eine Agentin auf der Spur eines
verrückten Mediziners gerät in Gefahr und verliebt sich in
einen modernen Kentauren.
dazu zwei Vorfilme:
Das Wesen der Verwandlung von Monika Funke Stern
1990, Video, 8 min, Farbe; (zusammen mit Hanno Baethe)
Die Geschichte vom Froschkönig, neu erzählt.
Die Kümmerer von Eva von Platen
1999, 16 mm, 11 min,Farbe;
Arbeitslose Akademiker auf dem Weg zu ihren Fortbildungsmaßnahmen
und Vorstellungsgesprächen.
Düsseldorf: black box 27. 11. 2000
Köln: Filmhaus 7. 1. 2000
Jeanine Meerapfel Malou
1980, 35mm, 95min, Farbe; mit Ingrid Caven, Grischa Huber, Helmut Griem
und Ivan Desny
Jeanine Meerapfels erster Spielfilm mit hervorragenden Schauspielern.
Eine junge Frau, Hanna, versucht, sich ihrer Identität zu
vergewissern durch Vergegenwärtigung des Lebens ihrer Mutter. Deren
Herkunft ist ungewiß. Die Lebensumstände ihrer Heirat,
Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland zwangen sie, in
immer neuen Ländern heimisch zu werden. Aber nicht die
geographische Bestimmung der Identität ist der Kern der
Lebensschwierigkeiten dieser Frauen. Beide zeichnet eine Lust, ja Gier
auf Leben aus, gepaart mit einer kompromißlosen Sensibilität,
die sie nicht realisieren können in der Welt. Es ist staunenswert,
Ingrid Caven zuzuschauen, wie ihre Bewegungen in der Luft hängen
und ohne Antwort bleiben. Und Grischa Huber gelingt es trotz ganz
anderer körperlicher Voraussetzungen, die Nähe zu dieser
Mutter durch eine verwandte Gestik zu erspielen.
Beide Frauen haben sympathische Männer, die, weil
lebenstüchtig, Gefühle und Sensibilität nicht über
das Maß der Normalität hinaus entwickelt haben. Sie
repräsentieren die Welt und markieren die Einsamkeit der Frauen.
Die ältere ging daran zugrunde, die Tochter - das bleibt offen.
Düsseldorf: black box 4. 11.2000
Bochum-Langendreer: Kino Endstation 29.11.2000
Gütersloh: Bambi-Kino 12. +14. 1. 2001
Jeanine Meerapfel Die Kümmeltürkin geht -
Melek leaves
1985, 16 mm, 88 min, Farbe; Dokumentarfilm
1984: In Deutschland wächst die Arbeitslosigkeit. Die
Ausländer verlieren die Arbeit zuerst. Um sich der drohenden
sozialen Kosten zu entziehen, plant die Bundes-regierung ein
Rückkehrerprogramm für Türken. Melek ist eine von
denjenigen, die Deutschland verlassen werden. Jeanine Meerapfel
begleitet sie durch die Ämter, erinnert sich mit ihr an die
vergangenen Jahre und erforscht die Hoffnungen, die Melek mit der
Rückkehr in die Türkei verbindet. So entsteht das Portrait
einer resoluten und patenten Frau, die auch mit einer Spur Abenteuerlust
nach Deutschland kam und glücklich werden wollte, aber einsam
blieb, sich jedoch die Hoffnung auf ein erfüllteres Leben bewahrt
hat und diese, zurück in der Türkei, realisieren will.
Münster: Die Linse 8.10. 2000
Düsseldorf: black box 6.11. 2000
Köln: Filmhaus 19. 11. 2000
Bochum-Langendreer: Kino Endstation 12. - 15.11.2000
Gütersloh: Bambi-Kino 11. + 14.1. 2001
Jeanine Meerapfel La Amiga
1987, 35 mm, 104min, Farbe, deutsche Fassung
Militärdiktatur in Argentinien. Zwei Freundinnen, Maria
verheiratet und drei Kinder und Raquel Schauspielerin. Der älteste
Sohn von Maria wird verhaftet und ist verschwunden, wie viele andere
auch. Der Film realisiert die Atmosphäre der Angst, die sich
über das Leben legt. Maria ist eine der Mütter auf der Plaza
de Mayo, Raquel emigriert nach Berlin. Auch nach dem Ende der Diktatur
bleibt die untergründige Spannung erhalten. Die Mörder bleiben
anwesend, die Schicksale ungeklärt. Jeanine Meerapfel erzählt
die Tragödien des Lebens nicht als Action oder als
Gefühlsausbrüche, alles bleibt kleiner Alltag, die
Tragödie schlägt sich in der allmählichen Verhärmung
von Liv Ulmans Gesicht nieder.
Münster: Die Linse 15.10.2000
Mülheim: Rio 28. 10.- 1.11. 2000
Düsseldorf: black box 5.11. 2000
Köln: Filmhaus 26.11.2000
Duisburg: filmforum 8.1.2001
Bochum-Langendreer: Kino Endstation 9.-11.11.2000
Wuppertal: Theater an der Gathe,
Termin auf Anfrage Aachen: VHS im Diana, Ende Januar
Marion Schmidt Der Clown und die Kinder des Schweigens -
Le Clown et les enfants du silence
1992, Beta/VHS, 60 min, Farbe; WDR/arte; französisch mit dt.
Untertiteln
Klangfarben- Images sonores
1993, Beta/VHS, 51 min, Farbe; ZDF/arte; französisch mit dt.
Untertiteln
In Frankreich gibt es einige Künstler, die mit autistischen
Kindern arbeiten und sie vor allem mit Musik aus ihrer
Eingeschlossenheit herauslocken. Sie haben große Erfolge, so
daß immer mehr Kinder zu ihnen gebracht werden.
Die Filme sind sehr schön gemacht und ganz nahe an und vertraut
mit den Kindern.
Köln: Filmhaus 21.1.2001
Monika Treut My Father Is Coming
1991, 35 mm, 82 min, Farbe
Eine fröhliche Geschichte vom Vater (Alfred Edel), der seine
Tochter in New York besucht. Nur, was geheim gehalten werden soll, macht
Mühe. Aber am Ende finden alle ihr Glück.
Köln: Filmhaus 3.12.2000
Essen: VHS 7.12.2000
Duisburg: filmforum 15.1.2001
Monika Treut Gendernauts
1999, 35 mm, 86 min, Farbe; Dokumentarfilm
Die vielen Möglichkeiten, in Rollenverhalten, Gefühl und
Lebensweise zwischen den beiden Geschlechtszugehörigkeiten zu
oszillieren - in San Francisco können sie offener gelebt werden als
anderswo.
Düsseldorf: black box 16. -22.11.2000
Bettina Woernle Sydney an der Wupper - Dreamtime
1982, 16 mm, 48 min, Farbe; mit Meryl Tankard (Tanztheater Wuppertal)
Meryl Tankard in Wuppertal: Erkundung fremden Terrains; ihr Tanz am
Ende des Films speist sich aus Erinnerung an die ferne Heimat.
dazu die Vorfilme:
Seilbahn von Claudia Rorarius
2000, 35 mm, 10 min;
die Seilbahn- ein Gehäuse des Schutzes - für zwei
Jugendliche, die sich behutsam kennenlernen.
Raus aus seinen Kleidern von Corinna Schnitt
1998/9, 16 mm, 7,5 min, Farbe
Eine einzige Kameraeinstellung, ein langer Zoom und der Bericht einer
jungen Frau, wie wichtig ihr das Waschen der Kleider sei. Die
alltägliche Neurose hinter den Häuserfassaden.
Dortmund:Kommunales Kino der VHS 14.11.2000
Münster: Die Linse 19.11. 2000
Düsseldorf: black box 4.12.2000
Köln: Filmhaus 10.12. 2000
Duisburg: filmforum 22.1. 2001
Bonn: Bonner Kinemathek 29.1.2001
Susanne Zanke Vergewaltigt: Das Ende einer Ehe
1998, (Video), 95 min, Farbe
Was eine Frau erlebt, die die Vergewaltigung durch ihren Mann anzeigt,
wird hier sehr lebensnah vorgeführt.
Düsseldorf: black box 11.12. 2000
Köln: Filmhaus 17.12 . 2000
K U R Z F I L M P R O G R A M M I
Tücken des Alltags
Münster: Die Linse 5.11.2000
Köln: Filmhaus12.11.2000
Dortmund: Kommunales Kino der VHS 28.11.2000
Düsseldorf: black box 18.12.2000
Bonn: Bonner Kinemathek 15.1.2001
Krefeld : Fabrik Heeder 22.1.2001
Vorsicht - Glatteis von Claudia Richarz
1990, 16 mm, 5,5 min, Farbe
Der neue Tag kündigt sich an - mit Verkehrsnachrichten und den
fremden kleinen Katastrophen, die uns nicht treffen mögen.
Schönen, guten Tag von Corinna Schnitt
1995, 16 mm, 5 min, s/w,
Ganz einfache filmische Mittel: die Darstellerin bei verschiedenen
alltäglichen Arbeiten in ihrer Wohnung. Im Ton: die Telefonstimmen
verschiedener Mitbewohner. Deutscher Alltag in einem alten Mietshaus,
eine wahre Groteske.
den affen töten von Britta Wandaogo
1994, Video, 28 min, Farbe; Dokumentarfilm
Am Dortmunder Bahnhof. Wie kaum jemandem gelingt es Britta Wandaogo,
einfach anwesend zu sein bei den Junkies, als sei sie eine von ihnen,
und das kann doch nicht sein, da die Kamera immer dabei ist - als sei
sie eingewachsen in die Haut. Solche Unmittelbarkeit ist atemberaubend,
welch ein Arbeitsprozeß steckt darin -im Schnitt, in der Ordnung
des Materials!
Zoe von Maren-Kea Freese
1992, 16 mm, 15 min, s/w; Spielfilm
Eine junge Frau, die am Rande lebt, mit Eigensinn sich am Leben
erhaltend - viel untergründiger Humor ist in Freeses Filmen zu
finden.
Idole mio von Barbara Marheineke
1991, 16 mm, 6,5 min, Farbe; Objekttrick
Wer immer malabnehmen wollte, sollte sich wünschen, aus Knetmasse
zu bestehen!
Die große Liebe von Claudia Richarz
1993, Video, 27 min, Farbe
Eine Art Interviewfilm; verschiedene Personen sitzen vor uns und
sprechen über ihre Assoziationen zum Thema -große Liebe-.
Hübsch in Vignetten verpackt; teilweise ironisch, teilweise
ernsthaft - fürs Kinopublikum etwas ungewohnt, aber zum
Nachsinnieren.
Handstand von Ruth Olshany
1999, (35 min) Video, 6 min, Farbe; Spielfilm
Was eine Frau tun muß, die ein Mädchen haben will.
K U R Z F I L M P R O G R A M M I I
Abgründe des Lebens
Essen: Volkshochschule 5.12. 2000
Münster: Die Linse 10. 12. 2000
Köln: Filmhaus 14. 1. 2001
Gütersloh: Bambi-Kino 17. 1. 2001
Bonn: Bonner Kinemathek 22. 1. 2001
Krefeld: Fabrik Heeder 26.1.2001
Bochum-Langen-dreer: Kino Endstation 7.2.2001
Engel von Ulrike Molsen
2000, 16 mm, 20 min; Spielfilm
Die flirrende Hitze einer südlichen Stadt und eine Frau, die sich
kühl darin bewegt mit kalter Sinnlichkeit.
mariemarie von Erica von Moeller
1999, 35 mm, 12 min; Spielfilm
Die Frau in der Küche und das Mädchen, das sie einmal war.
Sprung ins Leere von Maren-Kea Freese
1995, 16 mm, Magnetton, 11 min, Farbe; Spielfilm
Irgendwie geht alles schief.
Panzano von Rosa Barba und Ulrike Molsen
1998-2000, 16 mm, 25 min, Farbe; Spielfilm
Drei Personen und eine Kamera; sie spielen eine Familie und sind doch
weit voneinander entfernt.
Raus aus seinen Kleidern von Corinna Schnitt
1998/9, 16 mm, 7,5 min, Farbe
Eine einzige Kameraeinstellung, ein langer Zoom und der Bericht einer
jungen Frau, wie wichtig ihr das Waschen der Kleider sei. Die
alltägliche Neurose hinter den Häuserfassaden.
Blindman's Ball von Dore O.
1988, 16 mm, 34 min, Farbe
Komplexe Bildgestaltung einer Mann / Frau-Beziehung; die Fürsorge
für einen Blinden und die verschwiegenen Gefühle.
Die beteiligten Kinos:
Aachen : VHS im Diana,Eckenbergerstr. 2 A, Tel. 0241-47 92 0,
www.atlantis-diana.de
Bochum : Kino Endstation/Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108,
Tel.0234-260909, www.soziokultur.de/bahnhof-langendreer
Bonn : Bonner Kinemathek, Kreuzstr. 16, Tel. 0228-469721, www.bonnerkinemathek.de
Dortmund: Roxy Kinos, Münsterstr. 95, Tel. 0231-816379, www.roxykino-do.de
Dortmund: Kommunales Kino der VHS, Hansastr. 2-4, Tel. 0231-50256.26/16
Duisburg: filmforum, Dellplatz 16, Tel. 0203-2854741, www.duisburg.de/filmforum
Düsseldorf: black box, Schulstr. 4, Tel. 0211-1711194, www.duesseldorf.de/kultur/filmmuseum
Essen: Volkshochschule, Hollestraße 75, Tel. 0201-88430
Gütersloh: Bambi-Kino, Bogenstr. 3, Tel. 05241-237700, www.bambikino.de
Köln: Filmhaus, Maybachstr. 111, Tel. 0221-22271020, www.k-filmhaus.de
Krefeld: Fabrik Heeder, Virchowstr. 130, Tel. 02151-583619, www.krefeld.de
Mülheim: Rio, An der Schloßbrücke 1, Tel. 0208-479187, www.essener-filmkunsttheater.de
Münster: Die Linse, Warendorferstr. 45-47, Tel. 0251-30307, www.cinema-muenster.de/dielinse
Wuppertal: Theater an der Gathe, Gathe 83, Tel. 0202-4413324, www.tag.wtal.de