




Sprachbewusstsein,
Spielfreude und neue aufregende Entwicklungen hat insbesondere die
junge Literaturszene zu bieten, ganz gleich, ob sich Literatinnen
traditionell als Lyrikerinnen verstehen oder ihren Weg über Poetry
Slams gehen und von da aus in alle Richtungen: Performances, poetischer
Tanz, Klangcollagen, akustische Literatur, Soundcapes, Videolyrik. Die
Genres sind offener geworden, vermischen sich, das Experimentieren ist
für die, die ihr Handwerk können, selbstverständlich.
„Poetische
Experimente und Erfahrungsaustausch“ richtet sich an Autorinnen, die
Wege suchen, um
-
neue Programme für öffentliche Auftritte zu entwickeln
-
Genregrenzen zu erweitern
-
Marketingstrategien oder Selbstmarketingideen umzusetzen
-
Projektpartner zu finden
-
von den Erfahrungen der anderen Teilnehmerinnen zu lernen.
Mit einer öffentlichen Ausschreibung werden Autorinnen eingeladen,
die sich mit biografischen Angaben und einer Projektskizze mit Textprobe
(insgesamt 2 Normseiten) bewerben können. Das Literaturbüro
Ruhr sammelt diese Skizzen und baut sie so in die
„Sprachexperimente“ ein, dass jede teilnehmende Autorin sich
präsentieren kann (Probebühne) und auf einen
„literarischen Coach“ trifft (Werkstätten).
Die Referentinnen suchen aus den eingegangenen Projektskizzen jene aus,
mit denen sie an diesem Tag professionell arbeiten wollen. Der
Schwerpunkt der Arbeit ist aber, die gemeinsame Suche nach Arbeits- und
Verdienstmöglichkeiten. Beispielsweise wird Manja Präkels
zeigen, wie Texte zum Klingen zu bringen sind, was geschieht, wenn
Wörter sich mit Klang und Tönen verbinden.
Die
Referentinnen beginnen jeweils mit einem Impulsvortrag. So wird J.
Monika Walther über die Situation im Hörspiel-, Hörbuch-
und Featurebereich referieren und über die Möglichkeiten, sich
in diesem Markt zu positionieren und Geld zu verdienen bzw. sich mit
Studios und KollegInnen zu vernetzen.
Die
Werkstätten finden nacheinander statt, um allen Autorinnen die
Teilnahme an allen Gesprächen zu ermöglichen und ihre eigenen
Ideen zu präsentieren.
Im „Sprachlaboratorium“, eine öffentliche Veranstaltung, werden im
Anschluss verschiedene Projekte vorgestellt.
Außerdem
werden die Arbeitsergebnisse auf den Internetseiten von
Autorinnenvereinigung und Literaturbüro Ruhr
veröffentlicht. Ein Kostenbeitrag/Eintritt wird nicht erhoben.
Eine Jury aus Literaturbüro
Ruhr und Referentinnen wählt die 30 Teilnehmerinnen aus.
Referentinnen:
Manja
Präkels: Lyrik,
Komposition, Gesang, Liedtheater
Judith
Kuckart: Tanz, Theater,
Roman
J.
Monika Walther:
Hörcollagen, Hörspiel/Feature, „Wurfsendungen aller Art“
Angelika
Janz: Experimentelle
Literatur, Konkrete/Visuelle Poesie, Entwicklung des „Fragmenttextes“,
Poetikwerkstätten
Tanja
Dückers: Roman, Lyrik,
Essay, Reportage, Kinderliteratur
Manja
Präkels,
geboren ´74 in Zehdenick/Mark, arbeitete als Journalistin,
studierte Philosophie und Osteuropäische Geschichte an der FU
Berlin. Lebt als Autorin, Musikerin, Sängerin und
Heimstudio-Tüftlerin im Berliner Osten. Schreibt und musiziert
für Erwachsene, Kinder und erwachsene Kinder. Hat
Bühnenstücke, Musik-CD´s und Bücher
veröffentlicht, Preise und Stipendien erhalten und gerade eine
Werkstatt für experimentelle Poesie im öffentlichen Raum in
Betrieb genommen – „HirnHornHaut“.
www.manjapräkels.de
www.gedankenmanufaktur.net
Judith
Kuckart studierte Tanz an
der Folkwang-Schule in Essen und Literatur- und Theaterwissenschaft in
Köln und Berlin. 1985 gründete das Tanztheater Skoronel. Es
entstanden 17 Stücke, an denen sie als Autorin, Tänzerin,
Choreografin und Regisseurin mitwirkte. Sie veröffentlichte Romane
und Erzählungen und erhielt für ihr Werk 2009 den
Literaturpreis Ruhr. Für November ist sie als „poet in residence“
an die Uni Essen-Duisburg berufen worden.
www.judithkuckart.de
J.
Monika Walther,
geboren in Leipzig. Sie lebt im Münsterland und in den
Niederlanden. Seit 1976 arbeitet sie als Schriftstellerin. Sie schreibt
Lyrik und Prosa „Das Gewicht der Seele“/“Goldbroiler“. Sie ist eine der
bekanntesten Hörspielautorin der Bundesrepublik, sie schrieb
über 80 Hörspiele, Hörcollagen, Bearbeitungen und
Features. Sie ist eine der Begründerinnen der Autorinnenvereinigung
e.V. und arbeitet auch als Dozentin und Kritikerin.
www.jmonikawalther.de
Angelika
Janz studierte
Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie, war mehr als 20 Jahre
Mitarbeiterin am Museum Folkwang. 1993 siedelte sie von West nach Ost,
baute Jugendclubs, Kultur- und Kunstwerkstätten auf dem Land aus
und organisierte Kulturfestivals. Angelika Janz zählt mit
ihren Gedichten, Aktionen, Performances und Ausstellungen zu den
wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Visuellen Poesie. Sie
entwickelte den „Fragmenttext“, der jetzt fester Lehrstoff am
Greifswalder Germanistischen Institut ist.
www.poetenladen.de/angelika-janz.htm
Tanja
Dückers,
geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Germanistik, Amerikanistik
und Kunstgeschichte. Die Autorin und Journalistin erhielt Stipendien im
In-und Ausland, 2006 wurde sie vom Deutschen Historischen Museum Berlin
zu den 10 wichtigsten Schriftstellerinnen Deutschlands unter 40 Jahren
und zu den „100 Kreativsten Köpfen Deutschlands“ gewählt.
Tanja Dückers schreibt für verschiedene Zeitungen und
Magazine, u.a. taz, Frankfurter Rundschau, Die Zeit, Spiegel. „Zum
Verhältnis von Lyrik und Politik“, „Jenseits des Buches“,
„Künstlerunternehmer“.
www.tanjadueckers.de
Der 2009 erstmalig von Frauenkulturbüro NRW, Institut für Bildung und Kultur in Remscheid, dem Literaturbüro Ruhr in Gladbeck und dem FFT in Düsseldorf ausgeschriebene Dramatikerinnen-Preis „Reif für die Bühne“ wurde am 20.11.2009 an Almut Baumgarten verliehen. Ihr Stück „Silverday“ wurde von der Jury ausgezeichnet. „Der Autorin ist eine temporeiche Gesellschafts-Satire gelungen, die mit witzigen Dialogen, Situationskomik und überraschenden Wendungen unkonventionelle Spielangebote für ein 10-köpfiges Seniorentheater-Ensemble macht.“
Der Wettbewerbs „Reif für die Bühne“ richtete sich an professionelle Dramatikerinnen aus Nordrhein-Westfalen, geeignete Stücke für Seniorentheater einzureichen. Mehr als fünfzig Ensembles spielbegeisterter älterer Menschen, überwiegend Frauen, zeigen in Nordrhein-Westfalen eine große Bandbreite ambitionierter Amateurtheaterarbeit. Ihre Spielfreude wird jedoch häufig durch den Mangel an geeigneten literarischen Vorlagen und die geringe Anzahl an weiblichen Rollen gebremst. Es ist geplant innerhalb einer Anthologie die fünf besten Wettbewerbsstücke zu veröffentlicht.
Die Autorin Almut Baumgarten erhielt ein Preisgeld von 2.500 €. Ihr prämiertes Stück wird unter professioneller Regie vom Seniorentheater SeTA im Herbst/Winter 2010 am FFT Düsseldorf uraufgeführt.
Staatssekretär für Kultur
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff verlieh den Preis am 20. November
2009 um 19 Uhr in den FFT Kammerspielen in Düsseldorf. Die Laudatio
hielt die Kulturjournalistin Anne Linsel. Das Seniorentheater SeTA las
Ausschnitte aus dem prämierten Stück.
Almut Baumgarten studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Soziologie in Freiburg, lebt als freie Autorin in Velbert-Langenberg. Sie veröffentlichte bisher vor allem Prosatexte und Kurzgeschichten. Für ihr Debütstück „Tank“ erhielt sie 2008 sowohl den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg als auch den Else-Lasker-Schüler Stückepreis.
Schriftstellerinnen
im Gespräch
in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet
Insgesamt vier Tagungen wurden für die Schriftstellerinnen des Landes NRW organisiert, mit unterschiedlichen Themenangeboten von der Bestandsaufnahme bis hin zu Fachtagungen zu den Themen Kinder- und Jugendbuch oder Hörspielarbeit.
Dokumentation:
Schriftstellerinnen in NRW, tende Verlag 275 S