Stipendien


Präsenz vor Ort: Stipendien für Bildende Künstlerinnen mit Kindern des Landes Nordrhein-Westfalen


Das Land Nordrhein-Westfalen schreibt seit 1997 im zweijährigen Turnus fünf Stipendien für Bildende Künstlerinnen mit Kindern aus.
Dabei stehen die Lebensbedingungen von Künstlerinnen mit Kindern im Fokus:
Die Stipendiatinnen können an ihrem jeweiligen Wohnort künstlerisch arbeiten und sind somit in der Lage, Kunst und Familie miteinander zu verbinden.
Die von einer  Fachjury ausgewählten Künstlerinnen erhalten über einen Zeitraum von August bis Dezember monatlich eine Fördersumme von 1000 Euro.

Die Stipendien werden aller Voraussicht nach wieder im Frühling 2012 ausgeschrieben. Sollten Sie sich in unserem Newsletter (s. Button links) angemeldet haben, schicken wir Ihnen die Ausschreibung automatisch zu.

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Presseinformation des Landes Nordrhein-Westfalen, Juli 2010:

Ministerin Ute Schäfer vergibt 2010 fünf Kunststipendien an Bildende Künstlerinnen mit Kindern


Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

Fünf herausragende Bildende Künstlerinnen mit Kindern aus Nordrhein-Westfalen sollen in den nächsten fünf Monaten die Möglichkeit haben, Kunst und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Kultur- und Fami­lienministerin Ute Schäfer vergab jetzt im Rahmen der Förderung "Prä­senz vor Ort - Stipendium für Bildende Künstlerinnen mit Kindern" an die in Düsseldorf lebenden Künstlerinnen Christine Erhard und Ulrike Kessl, die Essener Künstlerinnen Daniela Risch und Isabel Hernandez sowie die in Münster lebende Künstlerin Hyung-Gyoung Kim Stipendien in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Die Stipendiatinnen erhalten über fünf Monate jeweils 1.000 Euro monatlich, um an ihren Wohnorten ihrer Kunst nachzugehen.

"Kunst schaffen und Familie haben - das darf kein Widerspruch sein. Mit dem Stipendium wollen wir hier ein Zeichen setzen. Fünf Monate lang sollen die Künstlerinnen ohne große finanzielle Zwänge an ihrem eigenen Wohnort Kunst und Familie miteinander vereinbaren können", erklärte die Kultur- und Familienministerin. Preise und Stipendien, die an einen Wohnortwechsel gekoppelt sind, können von Künstlerinnen mit Kind häufig nicht wahrgenommen werden.

Die Auswahl der fünf Stipendiatinnen traf eine Fachjury unter Vorsitz von Dr. Marion Ackermann, Direktorin der Düsseldorfer Museen K20/ K21, aus insgesamt 162 Bewerbungen.

Zu den Stipendiatinnen:

Christine Erhard
betritt mit ihren neuen konstruierten Fotografien zu­nehmend stärker formales Neuland. Dabei fügt sie auf überraschend irritierende Weise Elemente zusammen, die so eigentlich nicht zusam­men gehören, die aber einer ästhetisch zwingenden, inneren Bildlogik gehorchen. Dabei argumentiert die Künstlerin sowohl mit malerischen als auch mit architektonisch-räumlichen Effekten, die sich gegenseitig bedingen.

Isabel Hernandez erzählt in ihren Foto- und Videoarbeiten mit einer fesselnden Beiläufigkeit von der Banalität des Alltags. Einige Aufnah­men besitzen dabei eher dokumentarischen Charakter, andere wie­derum wirken wie bühnenhafte Inszenierungen in der realen Welt. Mit sicherem Gespür für den richtigen Augenblick erzeugt die Künstlerin Bilder, die aus der Spannung von Scherz, Satire, Ironie und tieferer Be­deutung leben.

Ulrike Kessl ist eine konsequente, immer situationsbezogen arbeitende "Raumbesetzerin". Sie schafft mehr oder minder begeh- oder bespiel­bare Skulpturen, sowohl im öffentlichen Stadtraum als auch in ge­schlossenen, zum Teil ungewöhnlichen Ausstellungsbereichen. Mit un­terschiedlichen Materialien oder auch Objekten arbeitet sie dabei mit oder ganz bewusst auch gegen architektonische Vorgaben. Ihre Zeich­nungen verdeutlichen dabei sehr anschaulich den Prozess vom räumli­chen Denken in die plastische Tat.

Hyun-Gyoung Kim
erweist sich in ihrem zeichnerischen und plastischen Werk als eine humorvolle und fabulierfreudige Künstlerin. Das Vokabu­lar ihrer sehr präzise durchdachten und materialsinnlich ausgeführten Arbeiten wirkt ebenso eigenständig wie auch eigenwillig. Die zum Teil bizarren Geschöpfe und der mit ihnen hintersinnig in Szene gesetzte Bildwitz sprechen für die hohe Einbildungskraft und den lustvollen Ges­taltungswillen dieser Künstlerin.

Daniela Risch arbeitet mit den Medien Foto und Film. Ihre Aufnahmen und bewegten Bilder stellen sich auf sehr beeindruckende Weise in die Tradition der klassischen Porträt- und Genre-, bzw. Landschaftsmalerei. So etwa bei der Selbstinszenierung als Mutter der Künstlerin in deren Kleidern und Wohnumfeld oder der bei der ruhigen Kamerafahrt entlang eines schmuddeligen Kanals, bei der selbst eine Kläranlage Bildschön­heit erlangt. Was zunächst altmodisch anmutet, erweist sich dann aber schnell als technisch, ästhetisch und auch gesellschaftspolitisch ganz auf der Höhe unserer Gegenwart.



2008 vergab das Land Nordrhein-Westfalen zum sechsten Mal fünf Stipendien für Bildende Künstlerinnen mit Kindern

Presseinformation der Staatskanzlei:

Land Nordrhein-Westfalen vergibt Kunststipendien an fünf Bildende Künstlerinnen mit Kind

Die nordrhein-westfälischen Künstlerinnen Rosa Barba, Brigitte Dams, Daniela Georgieva, Christiane Rasch und Silke Schatz erhalten das bundesweit einzigartige Stipendium für Bildende Künstlerinnen mit Kindern. Im Unterschied zu den anderen Stipendien des Landes brauchen die ausgewählten Künstlerinnen ihren Aufenthaltsort nicht zu wechseln, um das Stipendium nutzen zu können. Die für fünf Monate mit monatlich 1000 Euro dotierten Stipendien werden seit 1997 vom Ministerpräsidenten des Landes alle zwei Jahre an herausragende Künstlerinnen vergeben. Die Organisation hat, wie in den Jahren zuvor, das Frauenkulturbüro NRW e.V. im Auftrag der Staatskanzlei des Landes NRW übernommen.
205 in NRW lebende und arbeitende Bildende Künstlerinnen bewarben sich in diesem Jahr für das Stipendium. Die Fachleute Jury waren: Susanne Eser, Angewandte Kulturwissenschaftlerin, Hannover, Dr. Doris Krystof, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Lilian Haberer, Kunstwissenschaftlerin, Köln, Alice Musiol, Stipendiatin 2006, Köln.

Zu den Stipendiatinnen:

Rosa Barba, geboren 1972 in Agrigento, Italien und wohnhaft in Köln, initiiert mit ihren Arbeiten eine Reflexion über das Medium Film und seine Apparaturen, die sie über ein eigenständiges und vielfältiges mediales Spektrum wie Film, Installation, Sound und Text entstehen lässt. Durch das subtile Aufbrechen der verschiedenen Komponenten des Films, wie Ton, Bild und Narration, werden die Nahtstellen atmosphärischer Erzählung, zeitlicher Abläufe und architektonischer Räume offengelegt.

Brigitte Dams, geboren 1965 in Rhede (Westf.) und wohnhaft in Düsseldorf, zeichnet sich durch eine konsequente Arbeit mit plastischem Material aus, das im wahrsten Sinne des Wortes aus Schnüren, Gummischläuchen oder Kunststoffröhren besteht. Unter Rückgriff auf unterschiedliche handwerkliche Techniken und Tätigkeiten wie Flechten, Knoten, Spannen, Dehnen kommen skulptural-räumliche und physische Qualitäten zum Vorschein, die eine prägnante Auffassung von Materialität artikulieren.  

Daniela Goergieva, geboren 1979 in Plovdiv, Bulgarien und wohnhaft in Düsseldorf, entwickelt mit ihren Videoarbeiten, Collagen und Objekten subtile Erzählungen, die als bühnenhafte Rauminstallationen in eine poetische und versponnene Welt entführen. Kaleidoskopartig kreisen die farb- und formstarken Szenarien um Sehnsucht und Begehren und haben doch meist in der Realität der Gegenwart ihren Ausgangspunkt.

Christiane Rasch, geboren 1971 in Krefeld und wohnhaft in Köln, verfügt über einen komplexen künstlerischen Ansatz, der sich durch die Verwendung unterschiedlichster Materialien und Techniken auszeichnet. Bei aller Zurückhaltung entfalten die minimalistischen Holzobjekte ebenso wie die aus folkloristischen Versatzstücken montierten Fotocollagen oder die transparenten Folienverspannungen eine starke Präsenz im Raum.

Silke Schatz, geboren 1967 in Celle und wohnhaft in Köln, entfaltet in ihren großformatigen Zeichnungen und Rauminstallationen eine prägnante und eigenständige Bildsprache, die Koordinaten der eigenen, er-lebten oder tradierten Geschichte aufnimmt. Das Medium Zeichnung wird ihr zum Mittel und zur Topographie subjektiver wie kollektiver Erzählung; in der räumlichen Isometrie oder in der Konturen offen legenden Freihandzeichnung sucht sie die Auseinandersetzung mit persönli-hen und politisch-kollektiven Erinnerungsstrukturen.


Alphabetische Liste aller bisherigen Stipendiatinnen:

Rosa Barba  Homepage
Medienkunst, Installation

Ute Behrend  Homepage
Photographie

Senta Connert Vita
Textilkunst, Installation

Brigitte Dams  Homepage
Bildende Kunst

Thea Djordjadze Homepage
Installation

Christine Ehrhard  Homepage
Photographie

Dunja Evers Vita
Fotografie

Kati Faber Homepage
Photographie

Karin Fehr
Malerei, Zeichnung

Daniela Georgieva Homepage
Bildende Kunst

Dorothee Golz Homepage
Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Installation, Objekt

Isabel Hernandez  Homepage
Photographie, Video

Uschi Huber  Homepage
Photographie

Katharina Jahnke  Homepage
Skulptur, Installation

Annebarbe Kau Homepage
Medienkunst, Malerei, Objektkunst

Ulrike Kessel
Rauminstallation, Zeichnung

Hyun-Gyoung Kim  Homepage
Skulptur, Zeichnung

Regina Klöckner
Malerei

Sonia Knopp Homepage
Malerei, Zeichnung, Photographie, Film

Julia Kröpelin Vita
Objekt, Installation

Tomoko Kubo

Katharina Mayer  Homepage
Fotografie

Alice Musiol Vita
Installation

Nicole Pohl Info
Malerei

Christiane Rasch Homepage
Bildende Kunst

Daniela Risch Homepage
Fotografie, Neue Medien

Judith Samen Homepage
Photographie

Silke Schatz
Bildende Kunst

Nina Schmitz  Homepage
Film, Fotografie

Anke Schreck Homepage
Malerei, Film

Regine Schumann Homepage
Objekt, Installation, Lichtkunst

Marie-Paul Sistermanns

Eva von Platen-Hallermund Vita
Zeichnung, Film, Autorin

Carola Wechler  Homepage
Fotografie

Birgit Werres Vita
Objekt, Installation

2007 erstellte das Frauenkulturbüro NRW einen Lose-Blatt-Schuber mit Biografien und exemplarischen Werken der ehemaligen Stipendiatinnen.

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