TAVIDAN

Eröffnung am 25.09.2017 im Museum Goch

Pressemeldung


Ausstellungen in Tiflis und in Goch

zur 200-Jahrfeier der bilateralen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland

Anlässlich der 200-jährigen Freundschaft zwischen Georgien und Deutschland initiierten das Museum Goch, das CCA – Center for Contemporary Art Tbilisi und die Kuratorin Maria Wildeis mit dem Frauenkulturbüro NRW zwei Gruppenausstellung in Tiflis und Goch  TAVIDAN mit Künstler/innen aus Georgien und Deutschland. Ein Katalog wird das Ausstellungsprojekt dokumentieren.

Homepage Tavidan


Tavidan:DE im Museum Goch vom  25. September bis 12. November 2017

Finissage: 12. November 2017, 15 Uhr

Präsentation des Internationalen Austauschprogramms zwischen Georgien, Armenien und Deutschland des FKBs mit georgischen Köstlichkeiten!

Die Ausstellung im Museum Goch beleuchtet das Gesamtprojekt „TAVIDAN –Georgien und Deutschland im künstlerischen Dialog“ anhand zwei georgischer und zwei deutscher Positionen, die bereits in der Gruppenausstellung in Tiflis vom 17. Juni – 16. Juli 2017 vertreten waren.
Beteiligte Künstler/innen sind: Kote Sulaberidze und Ana Chaduneli (Georgien) und Caroline Bayer und Patrick Rieve (Deutschland)

Ana Chaduneli, 1990 in Rustavi, Georgien geboren, zeigt in ihren Kompositionen, Videoarbeiten und Objekten ein sehr junge, persönliche Ausdrucksweise im gegenwärtigen Kunstdiskurs. Für das Museum Goch wird sie eigens eine Installation konzipieren.

Kote Sulaberidze wurde 1968 in Tiflis geboren. Er ist seit Jahrzehnten an internationalen Ausstellungen beteiligt und ermöglicht mit seinen Malereien Einblicke als Zeitzeuge in die konfliktreiche Vergangenheit des Landes.

Die Berliner Installationskünstlerin Caroline Bayer wurde 1973 in Stolberg (Rhld) geboren und schloss ihr Studium an der Kunstakademie Münster bei Maik und Dirk Löbbert als Meisterschülerin ab. Ihre Installationen sind streng ortsbezogen: die Geometrie oder der Grundriss des Raumes, wie auch soziale und historische Bezüge zum Ausstellungsort werden in installativen Eingriffen durch Holzplastiken und Objektkompositionen chiffriert. 

Auch die raumgreifende Arbeit von Patrick Rieve (1971 in Jülich geboren, Studium der visuellen Kommunikation an der HfbK Hamburg, lebt in Köln), ermöglicht einen Blick auf den Austausch von TAVIDAN.  Rieve macht dort das Ausstellungspublikum und die teilnehmenden Künstler/innen zum Teil seines Werks. In Goch wird er Zeichnungen aus dem Projekt präsentieren. 

Kuratorin: Maria Wildeis

Ein begleitender Katalog wird zur Eröffnung vorgestellt; er dokumentiert den künstlerischen Austausch mit Texten von Prof. Dr. Ludger Schwarte (Professor für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf) und Levan Shatberashvili (angehender Dr. für Philosophie, Uni Bonn, lebt in Tiflis).

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seit 2013 beteiligt sich das Museum Goch an dem vom Frauenkulturbüro NRW betriebenen Künstlerinnenaustausch zwischen Deutschland, Georgien und Armenien.


Tavidan:GE

in Tiflis vom 17. Juni bis 16. Juli 2017

An der Gruppenausstellung TAVIDAN:GE nahmen zehn deutsche (vorwiegend aus NRW stammende) und zehn georgische Künstler/innen bzw. Künstlergruppen in Tiflis, Georgien teil. Die Themenschwerpunkten der Schau: „Atmosphären und Prozesse in der zeitgenössischen Kunst“ und „Verortung und Raumaneignung“.
Die Künstler/innen zeigten Installationen, Performances, Exp. Film/Videokunst, Fotografie, Malereien und Objekte. 

TAVIDAN
ist der georgische Ausdruck für „von hier aus, bzw. vom Kopf aus“ und beschreibt den Ausgangspunkt einer Idee oder eines Weges. Die direktionale Bedeutung des Ausstellungstitels verweist einerseits auf den Austausch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturräumen: dem streng westeuropäisch geprägten Deutschland und Georgien, dem geografischen und kulturellen Knotenpunkt zwischen Asien, Europa und Russland. An beiden Orten arbeiten Künstler/innen gemeinsam am Kunstbegriff der Gegenwart und bedienen sich einer globalen und kulturenübergreifenden Bildsprache.

Der Titel bezieht sich auch auf die Kunstwerke, die als Prozesse und atmosphärische Kompositionen zu betrachten sind und nicht unbedingt ausschließlich ein Objekt darstellen. Fragen innerhalb des künstlerischen Austauschs richten sich an die vielfältigen Ausdrucksweisen in der Gegenwartskunst, die in Form von Installationskunst oder Performance, aber auch in Objekten und deren Platzierung oder der Integration der Besucher in das Werk eine ästhetische Erfahrung erzeugen. „Weder allein das rezipierende Subjekt noch das solitäre Kunstwerk in seinen Grenzen konstituieren die Realität der Kunst.“ (Ludger Schwarte: Notate für eine künftige Kunst, Berlin 2016, S. 11)

Die ausgewählten Künstler/innen arbeiten in nahezu allen Bereichen der Bildenden Kunst, wie Malerei, Neue Medien, Installation, Film, Fotografie, raumbezogene Objektkunst und sind darüber hinaus auch in anderen Disziplinen zu Hause, wie Musik, Mode, Biofarming oder in der Bildung. Ihre Arbeitsweisen befinden sich vielfach an einer Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft, Architektur, Bildung, Musik, Film oder Mode.

Im Dialog zwischen Künstler/innen aus Georgien und Deutschland vereinte TAVIDAN Positionen, die auf unterschiedlichen Wegen die verbindende Sprache der zeitgenössischen Kunst sprechen. Während des Aufenthaltes in Georgien fanden Workshops mit Kunststudent/innen aus Georgien und den deutschen Künstlern statt.

Teilnehmende Künstler/innen aus Deutschland:
CAROLINE BAYER, LARS BREUER, JULIA BÜNNAGEL, HÖRNER|ANTLFINGER, PATRICIA KÖLLGES, TAMARA LORENZ, MICHAEL POHL, KAI RHEINECK, PATRICK RIEVE, PETER SCHLOSS

Aus Georgien waren beteiligt:
ANA & TAMAR CHADUNELI, NINO CHUBINISHVILI, MAMUKA JAPHARIDZE, GVANTSA JISHKIRIANI, NIKA MACHAIDZE, NINO SEKHNIASHVILI, KOTE SULABERIDZE, GIO SUMBADZE, WATO TSERETELI


Akteure

Das Frauenkulturbüro NRW e.V. startete 2013 mit einem Internationalen Austauschprogramm. Zwei Künstlerinnen aus Nordrhein-Westfalen besuchen für zwei Monate die Länder Georgien und Armenien. Eine georgische und eine armenische Künstlerin kommen im Gegenzug für zwei Monate nach Nordrhein-Westfalen. Ziel des Stipendiums ist es, die Künstlerinnen auf internationaler Ebene zu fördern, ihr Netzwerk auszubauen und sie damit auf dem Kunstmarkt für weitere internationale Aktivitäten sichtbarer zu machen. Die Kooperationspartner sind das WELTKUNSTZIMMER in Düsseldorf und das Museum Goch.

Museum Goch: Mit seiner Sammlung spätgotischer Skulpturen des Niederrheins bis zur jungen Gegenwartskunst vereint das Museum 600 Jahre Kunstgeschichte. Seine spannungsreich inszenierte Sammlungsräume laden zu einem interessanten Dialog mit der Geschichte und Kunst ein.Wechselnde Ausstellungen insbesondere zur aktuellen Gegenwartskunst bereichern das Museum.

Maria Wildeis (*1984) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und klassische Literaturwissenschaft in Köln und ist seit ihrem Magisterabschluss 2010 freiberufliche Kuratorin und Projektmanagerin in Köln und NRW. Seit 2015 leitet sie das Internationale Austauschprogramm für Bildende Künstlerinnen für das Frauenkulturbüro NRW e.V. und gründete im gleichen Jahr den Kunstraum Tiefgarage am Ebertplatz Köln, den sie seitdem leitet und kuratiert (www.tiefgarage.org). Andere Projekte, die sie verantwortlich leitete waren unter anderem: Heritage Heroes (eine Fotografieausstellung für die dt. UNESCO Kommission und das Auswärtige Amt 2015), 3. Kunstfestival Strom (Kunsthaus Rhenania 2013), Projektleitung Videonale.13 im Kunstmuseum Bonn (2011), Zeitzeugen, eine Ausstellung zum Anlass des Jubiläums des 1. Weltkrieges (2014) und TAVIDAN:Düsseldorf (im WELTKUNSTZIMMER Düsseldorf, 2014). www.mariawildeis.com

CCA – Center for Contemporary Art Tbilisi ist seit Oktober 2010 eine unabhängige gemeinnützige Einrichtung für Gegenwartskunst. Neben dem internationalen Ausstellungs- und Künstleraustauschprogramm fokussieren CCA ihre Arbeit besonders auf ihr eigenständiges Studienprogramm für georgische Kunststudent/innen.

Beide Ausstellungen werden vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert .