TAVIDAN:GE

Ausstellung in Tiflis 

zur 200-Jahrfeier der bilateralen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland

Patrick Rieve (Köln, DE)

Anlässlich der 200-jährigen Freundschaft zwischen Georgien und Deutschland beteiligen sich sich das Museum Goch, das CCA – Center for Contemporary Art Tbilisi und die Kuratorin Maria Wildeis mit dem Frauenkulturbüro NRW im Sommer und Herbst 2017 mit einer Gruppenausstellung mit Künstler/innen aus Deutschland und Georgien in Tiflis und Goch.

Ein begleitender Katalog dokumentiert den künstlerischen Austausch.

Homepage Tavidan

Pressemitteilung


Tavidan:GE

Künstlerischer Austausch in Kooperation mit CCA, Ausstellungsort(e) in Tiflis 

17. Juni – 16. Juli 2017 – Eröffnung: 16. Juni 2017 in Tiflis


Aus Deutschland werden folgende Künstler/innen teilnehmen:
CAROLINE BAYER, LARS BREUER, JULIA BÜNNAGEL, HÖRNER|ANTLFINGER, PATRICIA KÖLLGES, TAMARA LORENZ, MICHAEL POHL, KAI RHEINECK, PATRICK RIEVE, PETER SCHLOSS

Aus Georgien werden beteiligt:
ANA & TAMAR CHADUNELI, NINO CHUBINISHVILI, MAMUKA JAPHARIDZE, GVANTSA JISHKIRIANI, NIKA MACHAIDZE, NINO SEKHNIASHVILI, KOTE SULABERIDZE, GIO SUMBADZE, WATO TSERETELI

TAVIDAN ist eine Gruppenausstellung, in der zehn deutsche (vorwiegend aus NRW stammende) und zehn georgische Künstler/innen bzw. Künstlergruppen in Tiflis, Georgien gemeinsam ausstellen. Sie präsentieren Installationen, Performances, Exp. Film/Videokunst, Fotografie, Malereien und Objekte. Die Ausstellung möchte die Auseinandersetzung mit künstlerischen Praktiken in der Gegenwartskunst anregen und dabei unterschiedliche Herangehensweisen beleuchten. Die Themenschwerpunkte: „Atmosphären und Prozesse in der zeitgenössischen Kunst“ sowie „Verortung und Raumaneignung.“

TAVIDAN ist der georgische Ausdruck für „von hier aus, bzw. vom Kopf aus“ und beschreibt den Ausgangspunkt einer Idee oder eines Weges. Die direktionale Bedeutung des Ausstellungstitels verweist einerseits auf den Austausch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturräumen: dem streng westeuropäisch geprägten Deutschland und Georgien, dem geografischen und kulturellen Knotenpunkt zwischen Asien, Europa und Russland. An beiden Orten arbeiten Künstler/innen gemeinsam am Kunstbegriff der Gegenwart und bedienen sich einer globalen und kulturenübergreifenden Bildsprache.

Der Titel bezieht sich auch auf die Kunstwerke, die als Prozesse und atmosphärische Kompositionen zu betrachten sind und nicht unbedingt ausschließlich ein Objekt darstellen. Fragen innerhalb des künstlerischen Austauschs richten sich an die vielfältigen Ausdrucksweisen in der Gegenwartskunst, die in Form von Installationskunst oder Performance, aber auch in Objekten und deren Platzierung oder der Integration der Besucher in das Werk eine ästhetische Erfahrung erzeugen. „Weder allein das rezipierende Subjekt noch das solitäre Kunstwerk in seinen Grenzen konstituieren die Realität der Kunst.“ (Ludger Schwarte: Notate für eine künftige Kunst, Berlin 2016, S. 11)

Die ausgewählten Künstler/innen arbeiten in nahezu allen Bereichen der Bildenden Kunst, wie Malerei, Neue Medien, Installation, Film, Fotografie, raumbezogene Objektkunst und sind darüber hinaus auch in anderen Disziplinen zu Hause, wie Musik, Mode, Biofarming oder in der Bildung. Ihre Arbeitsweisen befinden sich vielfach an einer Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft, Architektur, Bildung, Musik, Film oder Mode.

Im Dialog zwischen Künstler/innen aus Georgien und Deutschland vereint TAVIDAN Positionen, die auf unterschiedlichen Wegen die verbindende Sprache der zeitgenössischen Kunst sprechen. Die individuellen Bedeutungsräume der Kunstwerke gilt es, in der Ausstellung und im begleitenden Katalog vorzustellen und näher zu betrachten.

Während des Aufenthaltes in Georgien finden Workshops mit Kunststudent/innen aus Georgien und den deutschen Künstlern statt.


Tavidan:DE

Museum Goch

25. September – 15. November 2017 – Eröffnung: 24. Sept. 2017

GE: KOTE SULABERIDZE, ANA CHADUNELI
DE: CAROLINE BAYER UND PATRICK RIEVE

Die Ausstellung im Museum Goch beleuchtet das Gesamtprojekt „TAVIDAN –Georgien und Deutschland im künstlerischen Dialog“ anhand zwei georgischer und zwei deutscher Positionen, die auch in der Gruppenausstellung in Tiflis teilnehmen werden.

Kote Sulaberidze ist 1968 in Tiflis geboren. Er ist seit Jahrzehnten an internationalen Ausstellungen beteiligt und ermöglicht mit seinen Malereien Einblicke als Zeitzeuge in die konfliktreiche Vergangenheit des Landes.

Ana Chaduneli ist 1990 in Rustavi, Georgien geboren und zeigt in ihren Kompositionen, Videoarbeiten und Objekten ein sehr junge, persönliche Ausdrucksweise im gegenwärtigen Kunstdiskurs. Sie wird eine Installation für das Museum Goch konzipieren.

Caroline Bayer ist Berliner Installationskünstlerin, die 1973 in Stolberg (Rhld) geboren wurde und an der Kunstakademie Münster bei Maik und Dirk Löbbert als Meisterschülerin abschloß. Ihre Installationen sind streng ortsbezogen: die Geometrie oder der Grundriss des Raumes, wie auch soziale und historische Bezüge zum Ausstellungsort werden in installativen Eingriffen durch Holzplastiken und Objektkompositionen chiffriert. Dass Bayer sich auf beide Orte in Tiflis und Goch so spezifisch einlässt, ermöglicht einen spannenden Einblick auf das Gesamtprojekt und den intendierten, künstlerischen Dialog.

Auch die raumgreifende Arbeit von Patrick Rieve (1971 in Jülich geboren, Studium der visuellen Kommunikation an der HfbK Hamburg, lebt in Köln), ermöglicht einen Blick auf den Austausch von TAVIDAN. Der „International Meeting Point“ ist die künstlerische Zentrale und Versammlungsort für die Ausstellungsbesucher und Künstler/innen und wird, wie auch schon in Düsseldorf (siehe Anhang) in Tiflis realisiert. Rieve macht dort das Ausstellungspublikum und die teilnehmenden Künstler/innen zum Teil des Werks, indem sie sich dort aufhalten. Seine begeh- und benutzbare Installation löst den Kunstbegriff vom Objekt und fügt dem eine ästhetisch-/gesellschaftliche Erfahrung hinzu. In Goch wird er Zeichnungen aus dem Projekt präsentieren.

Im Zusammenhang der Ausstellungseröffnung findet auch die Katalogpräsentation des Kunst- und Austauschprojekts TAVIDAN statt, an dem sich das Museum Goch als Kooperationspartner zum Jubiläum des 200-jährigen Bestehens der Freundschaft und bilateralen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland beteiligt. Das Museum Goch fördert seit 2013 den Künstlerinnenaustausch mit dem Frauenkulturbüro NRW e.V. zwischen Deutschland, Georgien und Armenien und steht so in einer persönlichen, freundschaftlichen Nähe zum Kaukasus.


Akteure

Das Frauenkulturbüro NRW e.V. startete 2013 mit einem Internationalen Austauschprogramm. Zwei Künstlerinnen aus Nordrhein-Westfalen besuchen für zwei Monate die Länder Georgien und Armenien. Eine georgische und eine armenische Künstlerin kommen im Gegenzug für zwei Monate nach Nordrhein-Westfalen. Ziel des Stipendiums ist es, die Künstlerinnen auf internationaler Ebene zu fördern, ihr Netzwerk auszubauen und sie damit auf dem Kunstmarkt für weitere internationale Aktivitäten sichtbarer zu machen. Die Kooperationspartner sind das WELTKUNSTZIMMER in Düsseldorf und das Museum Goch.

Museum Goch: Mit seiner Sammlung spätgotischer Skulpturen des Niederrheins bis zur jungen Gegenwartskunst vereint das Museum 600 Jahre Kunstgeschichte. Seine spannungsreich inszenierte Sammlungsräume laden zu einem interessanten Dialog mit der Geschichte und Kunst ein.Wechselnde Ausstellungen insbesondere zur aktuellen Gegenwartskunst bereichern das Museum.

Maria Wildeis (*1984) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und klassische Literaturwissenschaft in Köln und ist seit ihrem Magisterabschluss 2010 freiberufliche Kuratorin und Projektmanagerin in Köln und NRW. Seit 2015 leitet sie das Internationale Austauschprogramm für Bildende Künstlerinnen für das Frauenkulturbüro NRW e.V. und gründete im gleichen Jahr den Kunstraum Tiefgarage am Ebertplatz Köln, den sie seitdem leitet und kuratiert (www.tiefgarage.org). Andere Projekte, die sie verantwortlich leitete waren unter anderem: Heritage Heroes (eine Fotografieausstellung für die dt. UNESCO Kommission und das Auswärtige Amt 2015), 3. Kunstfestival Strom (Kunsthaus Rhenania 2013), Projektleitung Videonale.13 im Kunstmuseum Bonn (2011), Zeitzeugen, eine Ausstellung zum Anlass des Jubiläums des 1. Weltkrieges (2014) und TAVIDAN:Düsseldorf (im WELTKUNSTZIMMER Düsseldorf, 2014). www.mariawildeis.com

CCA – Center for Contemporary Art Tbilisi ist seit Oktober 2010 eine unabhängige gemeinnützige Einrichtung für Gegenwartskunst. Neben dem internationalen Ausstellungs- und Künstleraustauschprogramm fokussieren CCA ihre Arbeit besonders auf ihr eigenständiges Studienprogramm für georgische Kunststudent/innen.

Beide Ausstellungen werden vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert .