{"id":20390,"date":"2021-08-25T10:07:36","date_gmt":"2021-08-25T10:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/?page_id=20390"},"modified":"2024-01-31T14:34:15","modified_gmt":"2024-01-31T14:34:15","slug":"dirigentinnen-an-die-pulte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/?page_id=20390","title":{"rendered":"Dirigentinnen an die Pulte!"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Fokus: Dirigent*innen &#8211; Warum die Klassische Musik fundierte Machtkritik braucht<\/h1>\n<h2>Unsere neue Publikation i<strong>st online abrufbar:<u><a href=\"https:\/\/amxe.net\/gvvuwctj-oy70bs8k-dwlsoswn-1d9f\"> Dirigent*innen im Fokus bei transcript\u00a0 \u00a0Verlag (transcript-verlag.de)<\/a><\/u><\/strong><\/h2>\n<hr \/>\n<h1>Interview des publizierenden Verlages Transkript mit frauke Meyer<\/h1>\n<p><strong>Warum ein Buch zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Frauke Meyer: Erstaunlicherweise schafft es die \u201eKlassische Musik\u201c in Hinblick auf den Diskurs zu Gendergerechtigkeit und Machtmissbrauch, der in den Darstellenden K\u00fcnsten seit 2017 massiv praktiziert wird, unter dem Radar zu fliegen und sich Debatten zu entziehen. Nur selten erfahren wir davon, beispielsweise 2019 \u00fcber Recherchen des Van Magazin zum Machtmissbrauch Daniel Barenboims seinem Orchester gegen\u00fcber, 2018 von Bel\u00e4stigungsvorw\u00fcrfen gegen Daniele Gatti im Royal Concertgebouw Amsterdam oder auch 2018 mit den Bel\u00e4stigungs- und Machmissbrauchvorw\u00fcrfen gegen Gustav Kuhn, den ehemaligen Intendanten und Musikalischen Leiter der Festspiele Erl betreffend. Diese Vorw\u00fcrfe haben oftmals keine Konsequenzen und weisen in der Kombination mit dem niedrigen Frauenanteil in h\u00f6herer Dienststellung bei Spitzenorchestern von 21.9% (MIZ) und \u00fcberhaupt kaum pr\u00e4senten weiblich gelesenen und Flinta+ Personen in Dirigier-und F\u00fchrungspositionen nicht nur auf ein Kulturproblem hin. Vielmehr lassen sich diese Ph\u00e4nomene schon fast als Verweigerung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Gender und Machtmissbrauch deuten. Allerdings kommt auch die \u201eKlassische Musik\u201c in einer Zeit des Umbruchs, in welchem wir mit Publikumsschwund, differenzierten Anspr\u00fcchen eines multiperspektivischen heterogenen Publikums und dem Wanken bzw. Hinterfragen von Rollenbildern und Hierarchien k\u00e4mpfen, gar nicht darum herum sich mit diesen Problemfeldern auseinandersetzen. Denn es geht um nichts weniger als das \u00dcberleben und um die Relevanz von Kunst und Kultur, in dem Fall der \u201eKlassischen Musik\u201c.<\/p>\n<p><strong>Welche neuen Perspektiven er\u00f6ffnet Ihr Buch?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>F.M.: Verschiedene Gespr\u00e4chspartner*innen und Essayist*innen hinterfragen die mangelnde Gendergerechtigkeit und ihr Zusammenwirken mit anderen Diskriminierungsformen in der \u201eKlassischen Musik\u201c soziologisch, philosophisch und historisch und suchen nach Ideen und Auswegen, ja einer Vision wie ein gerechtes Musikleben aussehen kann.<\/p>\n<p>Erstmals betrachten die Peers der \u201eKlassischen Musik\u201c d.h. Intendant*innen, Dirigent*innen, Kulturpolitiker*innen und Wissenschaftler*innen schonungslos den Ist-Zustand und benennen, deutlich intersektional, die genuin klassistischen, rassistischen und diskriminierenden Strukturen von musikalischer Ausbildung, Auswahlprozessen und Repr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>Diese schonungslose Selbstanalyse \u00f6ffnet den Raum, nicht nur f\u00fcr Anerkennung und Sichtbarkeit, sondern auch als Startpunkt, um Ver\u00e4nderungen wirklich angehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?<\/strong><\/p>\n<p>F.M.: Dies ist die erste umfassende Ver\u00f6ffentlichung zu dem Thema Machtmissbrauch und Gendergerechtigkeit in der Klassischen Musik. Mit diesem Buch und seinen multiperspektivischen Betrachtungen auf die \u201eKlassische Musik\u201c wird ein Anfang f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschung gesetzt und eine sachliche Auseinandersetzung den existierenden Befindlichkeiten gegen\u00fcbergestellt, so dass dieses Buch Anstiftung f\u00fcr Austausch und Verbindung sein kann. Damit wird zus\u00e4tzlich ein empowerndes Moment sowohl f\u00fcr die Debatten der \u201eKlassischen Musik\u201c als auch f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschung gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Mit wem w\u00fcrden Sie ihr Buch am liebsten diskutieren?<\/strong><\/p>\n<p>F.M.: Es gibt nat\u00fcrlich eine Vielzahl von spannenden Musiker*innen, K\u00fcnstlerischen Leiter*innen, Wissenschaftler*innen und politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen, die sich den Diskursen stellen sollen und teilweise auch wollen. Doch da wir \u00fcber nicht weniger als einen Paradigmenwechsel der Struktur und Relevanz in der Klassischen Musik sprechen, interessieren uns Menschen und Experten, die solche Transformationsprozesse erlebt und durchgef\u00fchrt haben und sich aus historisch gewachsenen Korsetten herausgewunden haben, um gemeinsam ein neues Miteinander und neue relevante Narrationen zu definieren.<\/p>\n<p><strong>Ihr Buch in einem Satz<\/strong><\/p>\n<p>F.M.: Ohne eine fundierte Machtkritik wird sich in der klassischen Musik nicht viel ver\u00e4ndern \u2013 deshalb ist eine Analyse wie diese der erste Schritt zu mehr Gerechtigkeit und Relevanz.<\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"default-style\"><\/div>\n<div class=\"default-style\">\n<div class=\"default-style\">\n<p>Darum geht\u2019s: Das Berufsfeld der Musik ist ein Feld des Wettbewerbs. Die Parameter beruhen auf den Erfahrungen und der Arbeitsrealit\u00e4t der letzten Jahrzehnte. Aktuell beginnen sich Strukturen zu \u00e4ndern, unser Publikum reagiert anders, klassische Rollenbilder kommen ins Wanken, Hierarchien werden hinterfragt, auch die scheinbar klar abgesteckten Felder zwischen dem Institutionellen und Freien stehen in Frage. Dennoch sind weiblich gelesene und Flinta+ Personen selten in den institutionellen und\/oder k\u00fcnstlerischen Spitzen von Orchestern, Ensembles oder Konzerth\u00e4usern zu finden und der Bereich Musik scheint dem Diskurs \u201eGendergerechtigkeit, Diskriminierung, Machtmissbrauch und Rassismus\u201c in den Performing Arts hinterher zu hinken.<\/p>\n<p>Wir fragen in dieser neuen Publikation: Warum ist das so und woran liegt das? Wie k\u00f6nnen Dirigent*innen \u2013 mit besonderem Augenmerk auf die F\u00f6rderung von weiblichem* Leadership \u2013 gef\u00f6rdert werden und k\u00f6nnen sich diese Institutionen weiterentwickeln, um f\u00fcr Frauen oder anders marginalisierte Flinta+ Personen interessant zu sein? Wenn ja, wie?<\/p>\n<p>\ud83d\uddd3\ufe0f P\u00fcnktlich zum Launch laden wir ein am 16.11.2023 um 19:30 Uhr zur Podiumsdiskussion im Gartensaal der Hochschule f\u00fcr Musik Detmold (<a class=\"x1i10hfl xjbqb8w x6umtig x1b1mbwd xaqea5y xav7gou x9f619 x1ypdohk xt0psk2 xe8uvvx xdj266r x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r xexx8yu x4uap5 x18d9i69 xkhd6sd x16tdsg8 x1hl2dhg xggy1nq x1a2a7pz notranslate _a6hd\" tabindex=\"0\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/hfm_detmold\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@hfm_detmold<\/a>): Moderiert von Musikjournalist*in Hannah Schmidt (<a class=\"x1i10hfl xjbqb8w x6umtig x1b1mbwd xaqea5y xav7gou x9f619 x1ypdohk xt0psk2 xe8uvvx xdj266r x11i5rnm xat24cr x1mh8g0r xexx8yu x4uap5 x18d9i69 xkhd6sd x16tdsg8 x1hl2dhg xggy1nq x1a2a7pz notranslate _a6hd\" tabindex=\"0\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/hahahavannah\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@hahahavannah<\/a>) diskutieren verschiedene Gespr\u00e4chspartner*innen und Essayist*innen zum Thema \u201eFokus: Dirigent*innen \u2013 Warum die klassische Musik fundierte Machtkritik braucht\u201c.<\/p>\n<p>\u27a1\ufe0f So m\u00f6chten wir gemeinsam mit unseren Partner*innen und der Musikhochschule Detmold den Diskurs zu einem gendergerechteren Berufsfeld Musik initiieren, den Nachwuchs sensibilisieren und gemeinsam nach strukturellen L\u00f6sungen suchen.<\/p>\n<p><strong>Diskutant*innen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Florian Ludwig<\/strong><br \/>\nDirigieren | Orchesterleitung<\/p>\n<p><strong>Eva Pegel\u00a0<\/strong><br \/>\nDeutscher Musikrat, Projektleitung Forum Dirigieren<\/p>\n<p><strong>Frauke Bernds<\/strong><br \/>\nK\u00f6lner Philharmonie I Konzertplanung<\/p>\n<p><strong>Anna Castro Grinstein<\/strong><br \/>\nDirigentin<\/p>\n<p><strong>Frauke Meyer<\/strong><br \/>\nK\u00fcnstlerische Projektleiterin, Frauenkulturb\u00fcro NRW<\/p>\n<p><strong>Moderation:<\/strong><\/p>\n<p>Hannah Schmidt<br \/>\nMusikjournalistin I Mitherausgeberin<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"default-style\"><strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CylcMQEsej7\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenkulturb\u00fcro NRW e.V. (@das_frauenkulturbuero) \u2022 Instagram-Fotos und -Videos<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>F\u00fcr alle, die nicht in Detmold dabei sein\u00a0k\u00f6nnen streamen wir live:<\/strong><br \/>\n<strong><u><a href=\"https:\/\/amxe.net\/gvvuwctj-oy70bs8k-9djar9qq-uvg\">https:\/\/youtube.com\/live\/58nFcEhT_JY?\u00a0feature=share<\/a><\/u><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Interview des publizierenden Verlages Transkript mit frauke Meyer<\/h1>\n<p><strong>Warum ein Buch zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>F.M.: Erstaunlicherweise schafft es die \u201eKlassische Musik\u201c in Hinblick auf den Diskurs zu Gendergerechtigkeit und Machtmissbrauch, der in den Darstellenden K\u00fcnsten seit 2017 massiv praktiziert wird, unter dem Radar zu fliegen und sich Debatten zu entziehen. Nur selten erfahren wir davon, beispielsweise 2019 \u00fcber Recherchen des Van Magazin zum Machtmissbrauch Daniel Barenboims seinem Orchester gegen\u00fcber, 2018 von Bel\u00e4stigungsvorw\u00fcrfen gegen Daniele Gatti im Royal Concertgebouw Amsterdam oder auch 2018 mit den Bel\u00e4stigungs- und Machmissbrauchvorw\u00fcrfen gegen Gustav Kuhn, den ehemaligen Intendanten und Musikalischen Leiter der Festspiele Erl betreffend. Diese Vorw\u00fcrfe haben oftmals keine Konsequenzen und weisen in der Kombination mit dem niedrigen Frauenanteil in h\u00f6herer Dienststellung bei Spitzenorchestern von 21.9% (MIZ) und \u00fcberhaupt kaum pr\u00e4senten weiblich gelesenen und Flinta+ Personen in Dirigier-und F\u00fchrungspositionen nicht nur auf ein Kulturproblem hin. Vielmehr lassen sich diese Ph\u00e4nomene schon fast als Verweigerung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Gender und Machtmissbrauch deuten. Allerdings kommt auch die \u201eKlassische Musik\u201c in einer Zeit des Umbruchs, in welchem wir mit Publikumsschwund, differenzierten Anspr\u00fcchen eines multiperspektivischen heterogenen Publikums und dem Wanken bzw. Hinterfragen von Rollenbildern und Hierarchien k\u00e4mpfen, gar nicht darum herum sich mit diesen Problemfeldern auseinandersetzen. Denn es geht um nichts weniger als das \u00dcberleben und um die Relevanz von Kunst und Kultur, in dem Fall der \u201eKlassischen Musik\u201c.<\/p>\n<p><strong>Welche neuen Perspektiven er\u00f6ffnet Ihr Buch?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Gespr\u00e4chspartner*innen und Essayist*innen hinterfragen die mangelnde Gendergerechtigkeit und ihr Zusammenwirken mit anderen Diskriminierungsformen in der \u201eKlassischen Musik\u201c soziologisch, philosophisch und historisch und suchen nach Ideen und Auswegen, ja einer Vision wie ein gerechtes Musikleben aussehen kann.<\/p>\n<p>Erstmals betrachten die Peers der \u201eKlassischen Musik\u201c d.h. Intendant*innen, Dirigent*innen, Kulturpolitiker*innen und Wissenschaftler*innen schonungslos den Ist-Zustand und benennen, deutlich intersektional, die genuin klassistischen, rassistischen und diskriminierenden Strukturen von musikalischer Ausbildung, Auswahlprozessen und Repr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>Diese schonungslose Selbstanalyse \u00f6ffnet den Raum, nicht nur f\u00fcr Anerkennung und Sichtbarkeit, sondern auch als Startpunkt, um Ver\u00e4nderungen wirklich angehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?<\/strong><\/p>\n<p>Dies ist die erste umfassende Ver\u00f6ffentlichung zu dem Thema Machtmissbrauch und Gendergerechtigkeit in der Klassischen Musik. Mit diesem Buch und seinen multiperspektivischen Betrachtungen auf die \u201eKlassische Musik\u201c wird ein Anfang f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschung gesetzt und eine sachliche Auseinandersetzung den existierenden Befindlichkeiten gegen\u00fcbergestellt, so dass dieses Buch Anstiftung f\u00fcr Austausch und Verbindung sein kann. Damit wird zus\u00e4tzlich ein empowerndes Moment sowohl f\u00fcr die Debatten der \u201eKlassischen Musik\u201c als auch f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschung gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Mit wem w\u00fcrden Sie ihr Buch am liebsten diskutieren?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich eine Vielzahl von spannenden Musiker*innen, K\u00fcnstlerischen Leiter*innen, Wissenschaftler*innen und politischen Entscheidungstr\u00e4ger*innen, die sich den Diskursen stellen sollen und teilweise auch wollen. Doch da wir \u00fcber nicht weniger als einen Paradigmenwechsel der Struktur und Relevanz in der Klassischen Musik sprechen, interessieren uns Menschen und Experten, die solche Transformationsprozesse erlebt und durchgef\u00fchrt haben und sich aus historisch gewachsenen Korsetten herausgewunden haben, um gemeinsam ein neues Miteinander und neue relevante Narrationen zu definieren.<\/p>\n<p><strong>Ihr Buch in einem Satz<\/strong><\/p>\n<p>Ohne eine fundierte Machtkritik wird sich in der klassischen Musik nicht viel ver\u00e4ndern \u2013 deshalb ist eine Analyse wie diese der erste Schritt zu mehr Gerechtigkeit und Relevanz.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Task Force NRW \u201eDirigentinnen an die Pulte\u201c<\/h1>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/wp-content\/uploads\/Pr\u00e4sentation-Dirigentinnen-Runder-Tisch.pdf\">Pr\u00e4sentation Dirigentinnen Runder Tisch<\/a><\/h2>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/wp-content\/uploads\/Dirigentinnen_Ergebnispapier.pdf\">Ergebnispapier Dirigentinnen_AN DIE PULTE!<\/a><\/h2>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/wp-content\/uploads\/PM_Dirigentinnen-an-die-Pulte.pdf\">PresseMeldung_Dirigentinnen an die Pulte<\/a><\/h2>\n<hr \/>\n<h2><strong>Die gravierende Unterrepr\u00e4sentanz von Dirigentinnen im \u00f6ffentlichen Konzertleben hatte das Frauenkulturb\u00fcro zu Jahresbeginn 2021 veranlasst, zusammen mit dem Landesmusikrat NRW und dem Deutschen Dirigentenforum eine Expert*innenrunde mit dem Thema zu befassen.<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ausgangslage ist desastr\u00f6s: Obwohl sich das Geschlechterverh\u00e4ltnis an deutschen Musikhochschulen nahezu ausgeglichen darstellt, sind Dirigentinnen in \u00f6ffentlichen Festanstellungen immer noch die absolute Ausnahme. Unter den bundesweit 129 Berufsorchestern finden sich gerade einmal drei Frauen als Generalmusikdirektorinnen. In NRW sind derzeit alle Stellen ausschlie\u00dflich m\u00e4nnlich besetzt.<br \/>\nDie zusammengerufene Fachrunde aus Verb\u00e4nden, Institutionen, Gewerkschaft und Kulturverwaltungen diagnostizierte \u00fcberholte Strukturen, Intransparenz und mangelnde Frauenf\u00f6rderung als die zentralen Ursachen.<br \/>\nAls Ergebnis des Runden Tisches legten sie inzwischen eine lange Liste von Empfehlungen in verschiedenen Kategorien vor, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Kulturinstitutionen, Theatern und Orchestern f\u00fchren soll.<\/p>\n<p>Zu den Kernthemen geh\u00f6ren:<\/p>\n<p><strong>Start in den Beruf<\/strong><br \/>\nAllem voran steht die Nachwuchsarbeit; fr\u00fchzeitige Qualifizierungsangebote mit Berufsorchestern, Ma\u00dfnahmen zur Ver\u00e4nderung der Rollenbilder im Dirigat, Systematische Vordirigate im Rahmen der Ausbildung, Mentoring-Programme und die Anhebung der Altersgrenzen bei Wettbewerben und F\u00f6rderprogrammen.<br \/>\nOrganisationsentwicklung<br \/>\nEbenso wichtig ist es, dass die traditionellen Institutionen wie Orchester mehr Gendersensibilisierung erfahren und ein Bewusstsein f\u00fcr Vorurteile und t\u00e4glichen Sexismus entsteht, damit sich die Grundatmosph\u00e4re ver\u00e4ndert bspw. mit einem Code of Conduct, Workshops, Coaching und einer geschlechtersensiblen Kommunikation. Es gilt Auswahlprozesse transparenter zu machen und \u00e4sthetisch bewertungsfreie k\u00fcnstlerische R\u00e4ume wie bspw. in der Neuen Musik zu schaffen. Flankierende F\u00f6rderungen k\u00f6nnen hierbei Anreize schaffen, Frauen st\u00e4rker in den Focus zu nehmen.<\/p>\n<p>Letztendlich soll eine Taskforce NRW die dicken Bretter auf Ebenen von Politik und Kulturinstitutionen bohren, um tats\u00e4chlichen auch einen Ver\u00e4nderungsprozess zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auf der Leitungsebene in Gang zu setzen<\/p>\n<p><strong>Mittelvergabe<\/strong><br \/>\nDie F\u00f6rdermittelvergabe an die Orchester und Organisationen muss gem\u00e4\u00df dem Gleichstellungsgesetz an geschlechtergerechten Parametern ausgerichtet sein, sowohl in der Budgetierung als auch im Berichtswesen. Es muss ein Anreizsystem f\u00fcr die Gleichstellung von Dirigentinnen geschaffen werden.<\/p>\n<p>Auch die Transparenz der Auswahlprozesse gilt es zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>F\u00fcr R\u00fcckfragen steht Ihnen unsere k\u00fcnstlerische Projektleiterin Frauke Meyer gerne zur Verf\u00fcgung: meyer(at)frauenkulturbuero-nrw.de<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Launch Publikation &#8211; 16.11.23 an der Hochschule f\u00fcr Musik Detmold<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":20425,"parent":64,"menu_order":23,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-20390","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20390"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23044,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20390\/revisions\/23044"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/64"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/20425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frauenkulturbuero-nrw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}