Internationaler Austausch

NRW-Stipendiatinnen 2017:

Alisa Berger und Astrid Busch

Die diesjährigen Stipendiatinnen Alisa Berger und Astrid Busch aus NRW sind nach ihrem zwei-monatigen Aufenthalt in Georgien und Armenien inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Ihr Bericht erfolgt in kürze.


InternationaleR KünstlerinnenAUstausch 

mit Georgien und Armenien

Das Frauenkulturbüro NRW ermöglicht seit 2013 alljährlich zwei Künstlerinnen aus Nordrhein-Westfalen im Herbst zum „Internationalen Austausch“ nach Georgien und Armenien zu reisen. Die deutschen Stipendiatinnen arbeiten zwei Monate lang in Tiflis und Jerewan. Im Gegenzug kommen im Frühjahr des Folgejahres zwei Künstlerinnen aus Armenien und Georgien nach Deutschland. Für die Dauer des Aufenthalts wird den Künstlerinnen jeweils eine Wohnung im Gastland, die Finanzierung der Material- und Reisekosten und ein Stipendiengeld in Höhe von 1300 Euro zur Verfügung gestellt. Ziel des Stipendiums ist es, die Künstlerinnen auf internationaler Ebene zu fördern, ihr Netzwerk auszubauen und sie damit auf dem Kunstmarkt für weitere internationale Aktivitäten sichtbarer zu machen.

Das Bewerbungsverfahren wurde 2017 erstmalig als Open Call gestaltet.
Aus insgesamt 26 Einsendungen wählte die diesjährige Jury für den Internationalen Austausch im Herbst die zwei Künstlerinnen Alisa Berger und Astrid Busch aus.

Jurybegründung für die NRW-Stipendiatinnen 2017 
Im Hinblick auf die zahlreichen Bewerbungen, die in diesem Jahr eingereicht wurden, lobte die Jury zunächst die bemerkenswerte Vielfalt der künstlerischen Vorschläge im Umgang mit neueren Medien und die breite Palette der Themen, denen sich die Bewerberinnen im Rahmen des Austauschstipendiums widmen wollen. Die Qualität der Bewerbungen verstärke den Eindruck, dass NRW ein wichtiger Standort für Kultur ist.

Die diesjährige Wahl fiel zum einen auf die Krefelder Künstlerin Astrid Busch (geb. 1968), die die Jury mit einem konkreten Vorhaben für die Residenzzeit in Georgien und Armenien überzeugte. Das präzise ausformulierte Konzept und die besondere Einbindung der Kultur durch die Zusammenarbeit mit Chören fand bei der Jury besondere Aufmerksamkeit. Die Möglichkeit für die Künstlerin, ihr OEuvre durch den Projektvorschlag und das Stipendium vor Ort in Georgien/Armenien weiterzuentwicklen, verspricht eine interessante Fortsetzung ihrer Arbeit. Auch das Programm des Internationalen Austauschs sieht in der Künstlerin eine Bereicherung für das Gesamtprojekt.

Für das zweite Reisestipendium entschied sich die Jury für die junge Künstlerin Alisa Berger (geb. 1987), deren Portfolio vielfältigen künstlerische Positionen aufweist. Die gute Anbindung der Künstlerin an die Szene in Tiflis, ihre fundierten Kenntnisse der Medientheorie sowie ihr Interesse an Spiritualität, kombiniert mit ihren mannigfaltigen Arbeitsweisen versprechen einen fruchtbaren Austausch im Kaukasus und eine Weiterentwicklung ihres künstlerischen Schaffens.

Zusammensetzung der Jury
Jasmina Merz (Kuratorin Kunsthalle Düsseldorf)
Dr. Annette Lagler (Ludwig Forum Aachen)
Dr. Stephan Mann (Leiter des Museums Goch und Kooperationspartner des Internationalen Austauschs) und
Wolfgang Schäfer (Direktor WELTKUNSTZIMMER DÜSSELDORF und Kooperationspartner des Internationalen Austauschs)
Julia Schleis (Vorjury und Jury, Projektleiterin in KAI 10 | Arthena Foundation, Düsseldorf und Kuratorin)

Die Stipendiatinnen werden durch eine Künstlerin/ Kuratorin vor Ort betreut und verbringen jeweils einen Monat in Yerewan und Tiflis, von Anfang Sept- Ende Okt 2017.

Weitere Informationen zum Projekt
Maria Wildeis, Leiterin des Internationalen Künstlerinnenaustauschs NRW, 0163-6384073, wildeis@frauenkulturbuero-nrw.de
Frauenkulturbüro NRW, Ursula Theißen GF, 02151 393025, Virchowstr. 130 B, 47805 Krefeld, info@frauenkulturbuero-nrw.de


Die Stpendiatinnen aus GeorgiEn und Armenien 2017:

Gvantsa Jishkiriani und Lucine Talalyan 

Die Armenierin Lucine Talalyan und die Georgierin Gvantsa Jishkariani trafen am 1. April in Düsseldorf ein und verbrachten die ersten vier Wochen im WELTKUNSTZIMMER in Düsseldorf und den Mai im Langenberghaus in Goch, betreut vom Museum Goch
Von Gvantsa erfahren wir im Interview, wie sie ihre Zeit in der Landeshauptstadt und in Goch erlebt hat:


Juryentscheidung

Die Auswahl der Künstlerinnen Gvantsa Jishkiriani aus Georgien und Lucine Talalyan aus Armenien wurde in diesem Jahr u.a. durch die Kombination der künstlerischen Positionen bestimmt. Gvantsa Jishkiriani weist in ihrer noch jungen Karriere sehr vielfältige künstlerische Ausdrucksweisen vor; die Jury sieht für sie die Chance im Rheinland einige inspirierende Erfahrungen zu machen, die ihrem künstlerischen Werdegang im Idealfall zu einer positiven Prägung ihrer individuellen Ausdrucksweise verhelfen können.
Lucine Talalyan ist neben und innerhalb ihrer künstlerischen Arbeit Aktivistin für die Rechte Homosexueller in Armenien. 
Die Jury erhofft sich einen lebendigen Austausch in Düsseldorf und Goch und eine gegenseitige Bereicherung der zwei sehr individuellen Künstlerinnen.

Jury 2017
Dr. Annette Lagler, stellvertretende Direktorin Ludwig Forum Aachen
Dr. Stephan Mann, Direktor Museum Goch
Wolfgang Schäfer, Direktor WELTKUNSTZIMMER, Düsseldorf

Nominierungsgremium 2017 
Für Georgien:
Natalie Nebieridze (Kunstprojekt Campus und Kooperationspartner IA FKB),
Nino Sekhniasvhili (Nectar Gallery und ehem. Stipendiatin des IA FKB),
Tamar Chaduneli (ehem. Stipendiatin des IA FKB),
Für Armenien:
Eva Khachatryan (Kuratorin und Kooperationsparterin des IA FKB),
Diana Hakobyan (ehem. Stipendiatin des IA FKB)


Internationaler Austausch Herbst 2016

2016 waren es Katharina Maderthaner und Tessa Knapp, die die Auswahljury mit ihren Arbeiten überzeugten und die im Oktober und November in den Kaukasus reisten.
Ausgesucht wurden die beiden Künstlerinnen durch die Jury, bestehend aus: Dr. Annette Lagler (stellvertretende Direktorin Ludwig Forum Aachen), Dr. Stephan Mann (Direktor Museum Goch) und Wolfgang Schäfer (Geschäftsführer WELTKUNSTZIMMER, Düsseldorf). Benannt wurden sie durch das Benennungsgremium 2016: Anne Mager (Kuratorin der New Talents-Biennale), Tasja Langenbach (Direktorin Videonale e.V.) und Maria Wildeis (Leiterin Internationaler Austausch FKB und Leiterin des Kunstraums Tiefgarage Köln)

Begründung der Jury:
Die Jury hat sich für das Herbststipendium 2016 nach Armenien und Georgien für die Künstlerinnen Katharina Maderthaner und Tessa Knapp entschieden. In Absprache mit ihnen, bereisen sie in diesem Jahr beide Länder, um im Oktober/ November jeweils einen Monat in Jerewan und einen Monat in Tbilissi zu arbeiten. Beide Künstlerinnen überzeugten durch ein starkes künstlerisches Profil, das einen produktiven und diskursiven Austausch mit Künstlern und Kulturakteuren in Georgien und Armenien versprach. Inzwischen sind die beiden wieder in Deutschland. Das FKB wollte natürlich wissen, was der Aufenthalt den beiden Künstlerinnen gebracht hat und hat sich mit ihnen zum Gespräch getroffen.

 

Fotogalerie by Katharina Maderthaner 2016


 

Katharina Maderthaner

Katharina MaderthanerKatharina Maderthaner wurde 1982 in Meerbusch geboren und lebt in Düsseldorf. Die Malerin und Objektkünstlerin studierte Kunst an der Bergischen Universität in Wuppertal, anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin bei Richard Deacon. Die Künstlerin referiert in Raumcollagen aus Mustern und Oberflächen auf Designtrends und den Geschmack einer Alltagskultur, der durch Generationen und ortsspezifische Gestaltungsweisen je unterschiedlich geprägt ist.

Hier geht es zum Interview mit Katharina Maderthaner

Tessa Knapp

Tessa KnappTessa Knapp wurde 1981 in Stuttgart geboren, studierte Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln und schloss 2007 ihr Studium bei Prof. Matthias Müller, Prof. Marcel Odenbach und Prof. Siegfried Zielinski ab.
Die Arbeiten der Medienkünstlerin bewegen sich genreübergreifend in den Bereichen Installation, Experimentalfilm und Videokunst. Sie nähert sich mit medialen Umsetzungen der Darstellung kultureller Überlagerungen und identitärer Differenzen.

Hier geht es zum Interview mit Tessa Knapp

Internationaler Austausch Frühjahr 2016

Diana Hakobyan aus Armenien und Tamar Chaduneli aus Georgien bereisten Nordrhein-Westfalen von Mitte März bis Mitte Mai 2016. Sie residierten in den Ateliers des WELTKUNSTZIMMERs in Düsseldorf  und im Langenberghaus der Kunststiftung Goch und des Museums Goch. 

Die 1974 in Armenien geborene Diana Hakobyan absolvierte 1999 die Kunstakademie in Jerewan und ist seit 1995 frei schaffende Künstlerin. In ihren großformatigen Ölbildern beschäftigt sie sich zentral mit der veränderten Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft. Die Zeit in Deutschland nutzt sie für Recherchezwecke und um neue Eindrücke von einer anderen kulturellen Umgebung zu sammeln.

Tamar Chaduneli ist in Rustavi, Georgien geboren und studierte Medienkunst an der State Academy of Arts in Tbilissi wie auch später im Center of Contemporary Art – Tbilissi (CCA -T) Videokunst-Direktion (2012-2013). Ihr künstlerisches Spektrum umfasst Videokunst, Installation, Sound Art, Malerei, Zeichnung und Skulptur. Chaduneli kuratierte auch Gruppenausstellungen. Während ihres Aufenthalts in NRW bereitet Tamar eine Werkpräsentation vor, von denen auch einige Arbeiten nun in Deutschland entstehen.



Ein Film von Katrin Cürük