8. März

 

Internationaler Frauentag

Mit Blick auf die über 100-jährige Entstehungsgeschichte des Internationalen Frauentages können wir konstatieren: Es ist schon viel erreicht worden, aber es gibt noch sehr viel zu tun, bis sich die im Gesetz verankerte Gleichheit der Geschlechter im gesellschaftlichen Leben Deutschlands tatsächlich in Gänze widerspiegelt.
So gibt es nach wie vor erhebliche Defizite im Bezug auf Chancengleichheit. Noch immer verdienen Frauen in vielen Berufen weniger als ihre männliche Kollegen, sind Frauen in Führungs- und Entscheidungspositionen seltener vertreten, ist für Frauen die Vereinbarkeit von Karriere und Sorgearbeit oft nicht zu schaffen.
Das Frauenkulturbüro hat derzeit die Vereinbarkeit von Karriere+Care-Arbeit zum wesentlichen Schwerpunktthema erklärt.
So bereiten wir in Kooperation mit dem Theater Oberhausen aktuell ein großes Symposium zum Thema „Familienvereinbarkeit in den Performing Arts“  für den 4.+ 5. Mai 2023 vor. Gleichzeitig ist in Zusammenarbeit mit dem NETZWERK REGIE die Diskursreihe O WELL, ME TOO?! zu mehr Geschlechtergerechtigkeit im Regiebereich vom 5. April bis 14. Juni in Planung. Und im Herbst diesen Jahres schreiben wir erneut die Stipendien Präsenz vor Ort für Künstlerinnen mit Kindern in den Performing Arts aus.

Presse zum 8. März 2023
ZEITONLINE/Jüngere sehen Benachteiligung von Frauen als bedeutendes Problem
Der Spiegel/Gleichberechtigung von Männern und Frauen laut UNO noch 300 Jahre entfernt

Zur Historie des Internationalen Frauentags
Die ersten Vorläufer des heutigen Weltfrauentags im Kampf um die Gleichberechtigung der Frau entstanden schon im frühen 20. Jahrhundert. 1908 legte in den USA die Frauenorganisation der Sozialistischen Partei Amerikas zum ersten Mal einen Frauentag fest.
1910 beschloss die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines Internationalen Frauentages, der am 19. März 1911 erstmalig in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz begangen wurde. Eine Million Menschen gingen damals u.a. für das Frauenwahlrecht auf die Straße.
Im Jahre 1921 entschied die „Zweite Internationale Konferenz kommunistischer Frauen“ in Moskau, den 8. März zu Ehren der streikenden Arbeiterinnen von Petrograd im Jahre 1917 als Gedenktag festzulegen.
In Deutschland verboten die Nationalsozialisten 1933 den Frauentag wegen seiner kommunistischen Wurzeln und erklärten stattdessen den Muttertag zum Feiertag. Nach dem Krieg wurde der 8. März als internationaler Frauentag wieder eingeführt, gewann aber erst in den 60er Jahren im Zuge der Frauenbewegung eine starke Bedeutung. Neben den Forderungen nach gleichberechtigter politischer Teilhabe und Schutz vor Gewalt stand vor allem die Selbstbestimmung der Frau im Mittelpunkt zahlloser Protestaktionen und Demonstrationen in ganz Deutschland.
1975 erklärte die UNO im Rahmen des „Internationalen Frauenjahrs“ den 8. März zum „International Women’s Day“.1977 forderte die UNO ihre Mitgliedstaaten auf, den Tag entsprechend zu würdigen. In 26 Staaten gilt er sogar als gesetzlicher Feiertag (darunter viele Länder der ehemaligen Sowjetunion und Afrika). Auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der 8. März ein allgemeiner Feiertag.

Quellen:
Bundeszentrale für politische Bildung
International Women´s Day/UNO
UN-Women Deutschland