„Identitti“

Roman von Mithu M. Sanyal

Die Story wirkt absurd: Die antirassistische Starprofessorin für Postcolonial Studies und Rassismus an der Uni Düsseldorf, die sich selbstverliebt in Anlehnung an ihre vermeintlich indischen Wurzeln nach der hinduistischen Göttin für Weisheit „Saraswati“ nennt, genießt weltweit Anerkennung und wird von ihren StudentInnen gefeiert. Doch dann sickert durch, dass sie keineswegs die Coloured Person ist, für die sich sich ausgibt, sondern die biodeutsche Sarah Vera Thielmann aus Karlsruhe. Der Skandal ist perfekt. Internet-Hetzkampagnen gegen sie werden gestartet und Demos fordern ihre Entlassung. Am härtesten von dieser Enttarnung betroffen ist jedoch die tatsächlich indischstämmige Lieblingsstudentin Nivedita. Sie gerät in eine ernste Identitätskrise.
Mithu Sanyals erster Roman ist eine Mischung aus Coming-of-Age- und Campus, witzig, gewagt, raffiniert konstruiert und ausgesprochen lehrreich in Sachen Identitätspolitik, Gender und Rassismus.
Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren und ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Kritikerin. 2009 erschien ihr Sachbuch „Vulva. Das unsichtbare Geschlecht“, 2016 „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“ und jetzt 2021 „Identitti“, Hanser Verlag

 

Bild: Buchumschlag „Identitti“, Hanser Verlag